  
1900 1901 1902
1903 1904 1905
1906 1907 1908
1909 1910 1911
1912 1913 1914
1915 1916 1917
1918
-
Januar
- 1. 1.
In Großbritannien wird das gesamte Fernsprechwesen verstaatlicht.
6. 1.
New Mexico wird als 47. Staat in den Bund der Vereinigten Staaten
von Amerika aufgenommen.
8. 1.
In der Südafrikanischen Union konstituiert sich der South African
Native National Congress (SANNC) als Interessenvertretung der farbigen
Bevölkerungsmehrheit. Aus ihm geht 1925 der African National Congress
(ANC) hervor.
12. 1.
Bei der Reichstagswahl erringt die Sozialdemokratische Partei Deutschlands
(SPD) 34,8 Prozent der Stimmen und stellt nach der Stichwahl am 25.Januar
mit 110 Abgeordneten erstmals die stärkste Fraktion. Die Wahlbeteiligung
lag bei 84,6 Prozent.Die sogenannte Hungerwahl stand unter dem Einfluß
steigender Lebensmittelpreise.
13. 1.
Der französische Staatspräsident Armand Fallières
(1841-1931) beauftragt Raymond Poincaré mit der Bildung einer neuen
Regierung.
16. 1.
Der Dichter Georg Heym (1887-1912) ertrinkt beim Schlittschuhlaufen
auf dem Wannsee bei Berlin.
18. 1.
In Prag beginnt die VI. Gesamtrussische Konferenz der Sozialdemokratischen
Arbeiterpartei Rußlands. Die Bolschewiki konstituieren sich auf
dem Treffen als eigenständige Partei und wählen ein Zentralkomitee,
das von Wladimir I. Lenin geleitet wird.
30. 1.
Der Verband der Arbeiterorganisationen ruft in Portugal den Generalstreik
aus, nachdem Regierungstruppen gewaltsam gegen streikende Landarbeiter
vorgegangen waren. In Lissabon kommt es zu Straßenschlachten zwischen
Arbeitern und Militär.
-

Februar
- 8. 2.
Der britische Kriegsminister Lord Richard Burton Haldane beginnt in
Berlin Gespräche mit Vertretern der deutschen Regierung. Deutschland
erhofft sich eine Neutralitätserklärung Großbritanniens
für den Fall eines Krieges mit Frankreich, Großbritannien fordert
Abstriche am deutschen Flottenrüstungsprogramm.Es kommt zu keiner
Annäherung.
13. 2.
Die seit 1644 herrschende Mandschu-Dynastie erklärt ihren Verzicht
auf den Kaiserthron in China und übergibt die Regierungsvollmachten
an Yuan Shi-kai (1859-1916), der zwei Tage später von der Nationalversammlung
in Nanking zum Präsidenten der Republik gewählt wird.
14. 2.
Arizona wird als 48. Staat in den Bund der Vereinigten Staaten von
Amerika aufgenommen.
19. 2.
In der Republik China wird die europäische Zeitrechnung eingeführt.
24. 2.
Mit der Beschießung von Beirut durch italienischen Kriegsschiffe
weitet sich der Krieg zwischen Italien und dem Osmanischen Reich aus.
- "Die Frau in
Haus und Beruf" ist Thema einer Ausstellung in Berlin, die in Gegenwart
von Kaiserin Auguste Viktoria eröffnet wird.
-

März
- 3. 3.
Der letzte Abschnitt der 507 km langen Eisenbahnstrecke zwischen Windhuk
und Keetmannshoop in Deutsch-Südwestafrika wird eingeweiht.
11. 3.
Im Ruhrgebiet treten 170.000 Bergarbeiter in einen Streik um eine
15prozentige Lohnerhöhung. Nach einer Woche wird der Ausstand ohne
Ergebnisse abgebrochen.
15. 3.
Finanzminister Adolf Wermuth gibt nach dreijähriger Amtszeit
seinen Rücktritt bekannt. Anlaß ist Wermuths Forderung nach
Erhöhung der Erbschaftssteuer, die von Reichskanzler Theobald von
Bethmann Hollweg abgelehnt wurde.
30. 3.
Tod des Jugendschriftstellers Karl May in Radebeul.
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April
- 1. 4.
In Berlin tritt das im Juli 1911 vom Preußischen Abgeordnetenhaus
beschlossene Gesetz über die Bildung eines "Zweckverbands Groß-Berlin"
in Kraft. Der Verband vereinigt Berlin auf kommunaler Ebene mit den umliegenden
Städten Charlottenburg, Schöneberg, Neukölln, Wilmersdorf,
Lichtenberg und Spandau sowie mit Teilen der Landkreise Teltow und Niederbarnim.
Die neue Verwaltungsorganisation Groß-Berlin erreicht damit eine
Einwohnerzahl von 4,1 Millionen und bereitet die Bildung der Stadt Groß-Berlin
von 1920 vor.
14. 4.
Das britische Passagierschiff "Titanic" kollidiert auf dem
Weg nach New York in der Nähe der Neufundlandbank mit einem Eisberg
und sinkt. Der Luxusdampfer hat auf seiner Jungfernfahrt über den
Atlantik 1.308 Passagiere und 898 Mann Besatzung an Bord. Über 1.500
Menschen kommen bei der Katastrophe ums Leben.
17. 4.
Bei einem Streik von rund 6.000 Arbeitern einer russischen Goldgräbergesellschaft
in Sibirien für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen
werden 270 Streikende vom Militär erschossen.
25. 4.
Auf dem Markusplatz in Venedig wird vor über 150.000 Menschen
der originalgetreu wieder aufgebaute Glockenturm "Campanile"
eingeweiht. Das Wahrzeichen der Stadt war zehn Jahre zuvor eingestürzt.
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Mai
- 4. 5.
Im Krieg zwischen Italien und dem Osmanischen Reich besetzen italienische
Truppen die Mittelmeerinsel Rhodos und errichten mehrere Stützpunkte
in der Ägäis.
5. 5.
In Petersburg erscheint die erste Ausgabe der "Prawda",
des Organs der russischen Bolschewiki. Die Herausgabe leitet Josef W.
Stalin im Auftrag des im Exil lebenden Lenin.
14. 5.
Der Reichstag beschließt gegen die Stimmen der Sozialdemokraten
eine Novelle zum Flottengesetz, die den weiteren Ausbau der Kriegsflotte
bis zum Jahr 1920, allerdings in reduziertem Ausmaß, vorsieht. Der
Anteil der Rüstungsausgaben am gesamten Staatsetat beträgt 75
Prozent.
20. 5.
Der Preußische Landtag lehnt Anträge der Fortschrittspartei
und der Nationalliberalen Partei zur Reformierung des Wahlrechts ab. Nach
wie vor gilt in Preußen das Dreiklassenwahlrecht.
- In London treten
100.000 Dockarbeiter in den Streik für einheitliche Tarife und bessere
Arbeitsbedingungen. Der Ausstand muß nach sechs Wochen eingestellt
werden, da die finanziellen Mittel der Gewerkschaft erschöpft sind.
- Ein neues Schiff
der Superlative läuft auf der Hamburger Vulkan-Werft vom Stapel:
Der Überseedampfer "Imperator" ist 277 m lang, hat eine
Maschinenleistung von 75.000 PS und kann 4.698 Passagiere aufnehmen.
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Juni
- 3. 6.
Als Auftakt der viertägigen Hauptversammlung der Deutschen Kolonialgesellschaft
wird in Hamburg die Deutsche Kolonialausstellung eröffnet. Sie soll
das Interesse potentieller deutscher Siedler wecken.
8. 6.
Auf dem Gelände der Harvard-Universität in Cambridge (USA)
wird der Grundstein für ein Germanisches Museum gelegt.
11. 6.
Nach einer Besichtigung der französischen Ostgrenze erklärt
der KriegsministerAlexandre Millerand (1859-1943), er werde wegen der
drohenden Gefahr eines Krieges mit Deutschland die Grenzbefestigungen
weiter ausbauen lassen.
14. 6.
Frankreichs Ministerpräsident Poincaré bezeichnet vor
der Nationalversammlung die Beziehungen zu Deutschland als "loyal,
höflich und korrekt".
18. 6.
Auf dem Wahlkonvent der Republikaner in Chicago kommt es zu einer
Spaltung der Partei. Aus Protest gegen die reaktionäre Politik von
Präsident William Howard Taft (1857-1930) tritt dessen Amtsvorgänger
Theodore Roosevelt mit seinen Anhängern aus der Partei aus und gründet
die Fortschrittspartei. Die Spaltung der Republikaner erhöht die
Wahlchancen der Demokraten.
28. 6.
Die bayerische Landesregierung weigert sich, gewählte sozialdemokratische
Bürgermeister in ihrem Amt zu bestätigen. Daraufhin kommt es
zu heftigen Auseinandersetzungen im Landtag.
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Juli
- 4. 7.
Das deutsch-russische Gipfeltreffen im estnischen Hafen Baltischport(Paldiski)
zwischen Kaiser Wilhelm II. und Zar Nikolaus II. bringt keine außenpolitische
Annäherung der beiden Staaten.
6. 7.
Die V. Olympischen Spiele der Neuzeit werden in Stockholm von König
Gustav V. (1858-1950) eröffnet. Das neu erbaute Stadion mit 30.000
Sitzplätzen, moderne Wettkampfstätten und eine hervorragende
Organisation prägen das Niveau der Spiele, an denen 2.547 Aktive
aus 28 Ländern teilnehmen.
17. 7.
Die von den Jungtürken gebildete Regierung des Osmanischen Reichs
tritt zurück.
21. 7.
Die aufständischen Albaner veröffentlichen in Skopje (Üsküb)
ein Programm für den Kampf gegen das Osmanische Reich. Das neue Kabinett
in Konstantinopel ist zu Zugeständnissen bereit.
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August
- 1. 8.
In der zum Osmanischen Reich gehörenden Provinz Kossovo werden
in der Stadt Kotschana (Kocani) 47 Menschen bei einer Bombenexplosion
getötet und mehr als 100 schwer verletzt. Das Gebiet ist seit langem
Schauplatz von Auseinandersetzungen zwischen christlichen und islamischen
Bevölkerungsgruppen.
8. 8.
Bei einem Grubenunglück im Ruhrgebiet kommen 115 Bergleute ums
Leben. Wilhelm II. informiert sich vor Ort über das Ausmaß
der Katastrophe.
9. 8.
Der französische Ministerpräsident Poincaré trifft
an Bord eines Kreuzers im russischen Hafen von Kronstadt ein. Er führt
Gespräche mit Nikolaus II. und führenden Politikern Rußlands
über die politische Lage in Europa. Frankreich drängt auf ein
eindeutiges Bekenntnis Rußlands zum Bündnis mit der Entente.
12. 8.
In China gründet Sun Yat-sen (1866-1925) im Hinblick auf die
bevorstehenden ersten Parlamentswahlen aus zahlreichen kleineren politischen
Gruppierungen die Nationale Volkspartei (Kuomintang).
14. 8.
US-Marineeinheiten landen in Nicaragua, um die revolutionäre
Bewegung gegen Präsident Adolfo Díaz (1877-1964) zu unterdrücken.
Vorwand für die Intervention ist die hohe Verschuldung Nicaraguas
bei europäischen Banken, die ein Eingreifen der europäischen
Mächte befürchten läßt.
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September
- 12. 9.
Bulgarien setzt sich in einem Memorandum an Großbritannien,
Frankreich, Österreich-Ungarn und Deutschland für die Unabhängigkeit
Mazedoniens vom Osmanischen Reich ein.
14. 9.
Mit einer Festveranstaltung wird in Stuttgart das Königliche
Hoftheater eröffnet.
15. 9.
In Schönau bei Chemnitz beginnt der diesjährige Parteitag
der SPD. Im Mittelpunkt der Diskussionen stehen die Lebensmittelteuerung,
die Haltung zum deutschen Imperialismus und die Verabschiedung eines neuen
Parteistatuts.
16. 9.
Wilhelm II. nimmt auf dem Flaggschiff "Deutschland" vor
Wilhelmshaven die Parade der deutschen Kriegsmarine ab. Im Anschluß
daran findet in den Gewässern vor Helgoland ein großangelegtes
Manöver statt, bei dem die deutsche Flotte ihre Kriegsbereitschaft
demonstriert.
30. 9.
Die Staaten des Balkanbunds - Serbien, Montenegro, Bulgarien und Griechenland
- erklären die Mobilmachung ihrer Truppen gegen die türkische
Oberhoheit.
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Oktober
- 1. 10.
Im Osmanischen Reich wird die allgemeine Mobilmachung angeordnet.
2. 10.
Reichsaußenminister Alfred von Kiderlen-Wächter spricht
die Erwartung aus, daß sich die europäischen Großmächte
aus einem eventuellen Krieg auf dem Balkan heraushalten werden. In den
folgenden Tagen bekennen sich Frankreich, Großbritannien, Rußland
und Österreich-Ungarn zum Status quo auf dem Balkan.
3. 10.
Die Staaten des Balkanbunds fordern das Osmanische Reich ultimativ
auf, Albanien und Altserbien die Autonomie zu gewähren.
8. 10.
Montenegro erklärt als erster Staat des Balkanbunds dem Osmanischen
Reich den Krieg, die Verbündeten folgen innerhalb der nächsten
zehn Tage. Alle Balkanstaaten verfolgen expansionistische Absichten gegenüber
dem Osmanischen Reich, das wegen des seit einem Jahr andauernden Kriegs
gegen Italien und innenpolitischer Auseinandersetzungen geschwächt
ist.
18. 10.
Das Osmanische Reich unterzeichnet in der Nähe von Lausanne einen
Friedensvertrag mit Italien und tritt seine nordafrikanischen Besitzungen
an den Kriegsgegner ab.
19. 10.
In Hamburg wird im Beisein von Wilhelm II. die wiederaufgebaute St.-Michaelis-Kirche
eingeweiht. Das Wahrzeichen der Stadt war am 3. Juli 1906 abgebrannt.
25. 10.
Uraufführung der der Oper "Ariadne auf Naxos" von Richard
Strauss in Stuttgart.
29. 10.
Der osmanische Großwesir tritt wegen der militärischen
Niederlagen im Balkankrieg zurück. Neuer Ministerpräsident wird
Mehmed Kamil Pascha.
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November
- 5. 11.
Zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika wird mit
großer Mehrheit der Kandidat der Demokratischen Partei, Woodrow
Wilson, gewählt. Er erhält 42 Prozent der abgegebenen Stimmen.
Ex-Präsident Theodore Roosevelt erringt als Kandidat der von ihm
gegründeten Fortschrittspartei 27 Prozent, der amtierende Präsident
Taft kommt nur auf 23 Prozent.
- Bulgarische Truppen
rücken nach ihrem Sieg in der Schlacht bei Tschorlu (Corlu) auf Konstantinopel
(heute: Istanbul) vor. Am 8. November zieht die griechische Armee in Saloniki,
dem nach Konstantinopel bedeutendsten wirtschaftlichen und kulturellen
Zentrum des Osmanischen Reichs, ein. Die osmanische Regierung wendet sich
an die europäischen Großmächte mit der Bitte um Vermittlung.
24. 11.
Der Balkankrieg steht im Mittelpunkt der Beratungen eines außerordentlichen
Kongresses der II. Internationale in Basel. Die 550 Vertreter sozialistischer
Parteien aus 23 Ländern beschließen ein Manifest, demzufolge
die Arbeiter aller Länder sich jedem Krieg widersetzen sollen.
27. 11.
Spanien und Frankreich unterzeichnen in Madrid einen Vertrag über
die Aufteilung Marokkos. Spanien muß darin Abstriche an seinen territorialen
Ansprüchen zugestehen.
29. 11.
In der südalbanischen Stadt Valona (Vlore) ruft der ehemalige
osmanische Beamte Kemal Bey Ismail (1844-1916) den unabhängigen Staat
Albanien aus. Er kommt damit dem Bestreben der Balkanmonarchien zuvor,
das Territorium unter sich aufzuteilen.
-

Dezember
- 3. 12.
In der türkischen Stadt Tschataldscha unterzeichnen Vertreter
der Balkanstaaten Bulgarien, Montenegro und Serbien sowie des Osmanischen
Reichs ein Abkommen über einen Waffenstillstand und die Aufnahme
von Friedensverhandlungen, die am 16. Dezember in London beginnen. Griechenland
lehnt die Unterzeichnung des Abkommens ab und setzt den Krieg fort.
5. 12.
Der Dreibund zwischen dem Deutschen Reich, Österreich-Ungarn
und Italien wird ein halbes Jahr vor Ende seiner Laufzeit für weitere
sechs Jahre verlängert.
7. 12.
Bei Ausgrabungen im altägyptischen Tell El-Amarna stoßen
deutsche Archäologen auf eine 48 cm hohe bemalte Kalksteinbüste
der ägyptischen Königin Nofretete, die später ihren Platz
im Ägyptischen Museum in Berlin findet.
10. 12.
Gerhart Hauptmann erhält den Nobelpreis für Literatur.
12. 12.
Tod des Prinzregenten Luitpold (1821-1912) in München.
23. 12.
Schweden, Dänemark und Norwegen unterzeichnen in Stockholm ein
Abkommen, in dem sie sich zur Neutralität in allen militärischen
Konflikten bekennen.
- Die neue Staumauer
des Assuan-Staudamms wird feierlich eingeweiht. Die in den Jahren 1898
bis 1902 errichtete, fast zwei Kilometer lange Staumauer war um fünf
Meter auf 26,5 m aufgestockt worden.
- (Quelle:LeMO)
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