  
1900 1901 1902
1903 1904 1905
1906 1907 1908
1909 1910 1911
1912 1913 1914
1915 1916 1917
1918
-
Januar
- 4. 1.
Tod des Historienmalers Anton von Werner in Berlin.
10. 1.
In einer Note an die USA betont die britische Regierung, an der Handelsblockade
der Mittelmächte festhalten zu wollen.
13. 1.
Stephan Freiherr Burián von Rajecz (1851-1922) wird neuer Außenminister
von Österreich-Ungarn.
- Schweres Erdbeben zerstört
weite Teile Süd- und Mittelitaliens, ca. 30.000 Tote.
18. - 24. 1.
"Reichswollwoche": Sammlung von warmer Unterkleidung für
die deutschen Truppen.
19. 1.
Drei deutsche Marineluftschiffe greifen erstmals die britische Ostküste
an.
24. 1.
Bei einem Seegefecht an der Doggerbank zwischen deutschen und britischen
Schlachtkreuzern wird der Panzerkreuzer "Blücher" versenkt.
25. 1.
Der Deutsche Bundesrat rät zu sparsamem Nahrungsmittelverbrauch.
-

Februar
- 1. 2.
Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg gibt seine Zustimmung zum
Einsatz von U-Booten im Handelskrieg.
- Die Finanzminister
der Alliierten einigen sich in Paris auf gemeinsame Maßnahmen zur
Kriegsfinanzierung. Rußland werden zusätzliche Kredite versprochen.
3. 2.
In Sarajevo werden drei der am Attentat auf den österreich-ungarischen
Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand beteiligten Personen hingerichtet.
Der Todesschütze, Gavrilo Princip (1894-1918), wird wegen seines jugendlichen
Alters nicht zum Tode verurteilt.
4. - 22. 2.
Winterschlacht in Masuren: Die geschlagenen russischen Truppen räumen
bis Ende Februar ganz Ostpreußen.
12. 2.
Nachdem Deutschland das Seegebiet um die Britischen Inseln zum Kriegsgebiet
erklärt hat, warnen die USA vor Angriffen auf amerikanische und neutrale
Schiffe.
13. 2.
Der Bundesrat beschließt die Beschlagnahme der Hafervorräte.
16. 2.
Mit einem erfolglosen Durchbruchsversuch französischer Truppen
beginnt die verlustreiche Schlacht in der Champagne, bei der die französische
Offensive steckenbleibt.
18. 2.
Verschärfung der britischen Blockade gegen neutrale Schiffe.
22. 2.
Beginn des U-Boot-Kriegs gegen Handelsschiffe als Vergeltung gegen die
britische Blockade der deutschen Seehäfen.
-
25. 2.
Der Bundesrat beschließt die Einschränkung des Autoverkehrs,
um Rohstoffe zu sparen.
-
März
- 3. 3.
Premiere von D. W. Griffiths (1875-1948) Monumentalfilm "The Birth
of a Nation" in New York.
4. 3.
Rußland erklärt die Annexion von Konstantinopel (heute: Istanbul)
und die Kontrolle der Dardanellen als Kriegsziel.
10. 3.
Erste Petition der sechs Wirtschaftsverbände an Reichskanzler Bethmann
Hollweg fordert weitreichende Kriegsziele.
18. 3.
Durchbruchsversuch britisch-französischer Seestreitkräfte
durch die Dardanellen scheitert unter erheblichen Verlusten.
20. 3.
Karl Liebknecht und Otto Rühle (1874-1943), Abgeordnete der Sozialdemokratischen
Partei Deutschlands (SPD), stimmen im Reichstag gegen weitere Kriegskredite.
Zudem bleiben 30 sozialdemokratische Abgeordnete der Abstimmung fern.
26. - 28. 3.
Die Internationale Sozialistische Frauenkonferenz in Bern fordert zum
Massenprotest aller Arbeiterfrauen gegen den Krieg auf.
-

April
- 1. 4.
Walther Rathenau tritt als Leiter der Kriegsrohstoffabteilung des Kriegsministeriums
zurück.
20. 4.
Der britische Schatzkanzler David Lloyd George kritisiert die unzureichende
Munitionsproduktion.
22. 4.
Beginn der zweiten Ypern-Schlacht: Deutsche Truppen verwenden erstmals
Giftgas.
25. 4.
Britische und französische Truppen landen auf der Halbinsel Gallipoli,
um den alliierten Truppen den Weg nach Konstantinopel zu öffnen. Der
Durchbruch gelingt jedoch nicht.
26. 4.
"Londoner Geheimvertrag" der Entente mit Italien, das den
Kriegseintritt gegen Zusicherung von erheblichen Territorialgewinnen zusagt
(Südtirol, Istrien, große Teile Dalmatiens sowie das Protektorat
über Albanien).
- Deutscher Vorstoß
nach Litauen und Kurland beginnt.
27. 4.
Tod des Komponisten Alexander Skrjabin (1872-1915) in Moskau.
28. 4. - 1. 5.
Erster Internationaler Frauenfriedenskongreß in Den Haag: Gründung
des Internationalen Frauenausschusses für dauernden Frieden.
-

Mai
- 1. - 3. 5.
Durchbruchsschlacht deutscher und österreich-ungarischer Truppen
unter August von Mackensen in den Karpaten leitet eine bis September dauernde
Offensive mit großem Geländegewinn ein.
5. 5.
Der Alldeutsche Verband fordert in einer Kriegszieleingabe die Annexion
des Baltikums.
7. 5.
Die Versenkung des britischen Passagierschiffes "Lusitania"
durch ein deutsches U-Boot fordert 1.200 Tote (darunter 139 Amerikaner).
12. 5.
Deutsche Industrielle unter Führung des Krupp-Direktors Alfred
Hugenberg fordern weitreichende Annexionen im Osten und Westen.
13. 5.
Die US-Regierung verlangt in einer Protestnote die Einstellung des U-Boot-Kriegs.
- Mit großen Kundgebungen
in Rom und Mailand schüren der nationalistische Dichter Gabriele d'Annunzio
und Benito Mussolini die Kriegsstimmung. Unter diesem Druck lehnt Giovanni
Giolitti als Führer der Neutralitätsbefürworter eine Regierungsbildung
ab, die kriegsbereite Regierung Salandra bleibt im Amt.
23. 5.
Italienische Kriegserklärung an Österreich-Ungarn.
26. 5.
Mit einer Kabinettsumbildung formiert Herbert H. Asquith eine nationale
Regierung, in der mit Arthur Henderson (1863-1935) erstmals ein Sozialist
zum Minister ernannt wird.Winston Churchill wird wegen der gescheiterten
Dardanellenoffensive als Erster Lordadmiral abgelöst.
-

Juni
- 5. 6.
Kaiser Wilhelm II. ordnet in einem Geheimbefehl die Einschränkung
des U-Boot-Kriegs an.
- Verfassungsreformgesetz
führt das Wahlrecht für Frauen in Dänemark ein.
9. 6.
Etwa 1.000 SPD- und Gewerkschaftsfunktionäre fordern die Parteiführung
auf, sie solle die sofortige Beendigung des Kriegs verlangen.
- Der amerikanische Außenminister
William Bryan (1860-1925) erklärt seinen Rücktritt, weil er die
zweite "Lusitania"-Protestnote gegen Deutschland als zu scharf
ablehnt.
10. 6.
Die russischen Wirtschaftsverbände beschließen zur besseren
Koordination der Rüstung Kriegsindustriekomitees.
19. 6.
Die SPD-Politiker Karl Kautsky,Eduard Bernstein und Hugo Haase fordern
ihre Partei auf, den "Burgfrieden" aufzukündigen.
20. 6.
Denkschrift von Hochschullehrern, Beamten und Künstlern mit weitreichenden
Kriegszielen.
- Tod des Industriellen
Emil Rathenau in Berlin.
22. 6.
Österreichische Truppen erobern Lemberg (heute: Lwiw, Ukraine)zurück.
25. 6.
In einer Eingabe des Partei- und Fraktionsvorstands der SPD wird mit
dem Hinweis auf den Wirtschaftsaufschwung des Deutschen Reichs in seinen
bisherigen Grenzen der Verzicht von Annexionen gefordert.
-

Juli
- 1. 7.
Ostoffensive der Mittelmächte in Polen beginnt mit großem
Erfolg.
7. 7.
In Calais beschließt der alliierte Kriegsrat, zur Entlastung der
russischen Front mehrere Offensiven in Frankreich und Italien zu eröffnen.
9. 7.
Sogenannte Intellektuelleneingabe mit 141 Unterschriften namhafter Persönlichkeiten,
unter ihnen Albert Einstein,Max Weber,Ludwig Quidde und Gustav Schmoller
(1838-1917), verwirft die "Einverleibung oder Angliederung politisch
selbständiger und an Selbständigkeit gewöhnter Völker",
läßt aber offen, welche Gebiete damit gemeint sind.
- Kapitulation der deutschen
Schutztruppen in Deutsch-Südwestafrika.
- Mit dem Registrierungsgesetz
sollen alle Arbeitskräfte in Großbritannien im Alter von 15 bis
65 Jahre erfaßt werden.
18. - 28. 7.
In der zweiten Isonzoschlacht versuchen italienische Truppen vergeblich,
nach Triest durchzubrechen.
23. 7.
Verordnung gegen Preiswucher bei Lebensmitteln. Im Vergleich zum Vorjahr
haben sich die Preise verdoppelt.
-

August
- 4. 8.
Der französische Präsident Raymond Poincaré betont
die Entschlossenheit, den Krieg bis zum Sieg fortzuführen.
5. 8.
Warschau wird von der deutschen 9. Armee besetzt.
9. 8.
Die bürgerlichen Parteien im russischen Parlament schließen
sich zum "progressiven Block" zusammen und fordern eine neue Regierung
sowie Reformmaßnahmen.
16. 8.
Parteiausschuß und Reichstagsfraktion der SPD wenden sich gegen
"alle auf Schwächung und Zertrümmerung Österreichs-Ungarns
gerichteten Ziele" der Entente.
19. 8.
In einer kämpferischen Rede verkündet Reichskanzler Bethmann
Hollweg Siegeszuversicht und weitgehende Kriegsziele. Die Rede wird von
den bürgerlichen Parteien mit großer Begeisterung aufgenommen.
- Bei der Versenkung
des englischen Passagierdampfers "Arabic" durch deutsche U-Boote
sind zwei Amerikaner unter den Opfern.
20. 8.
Der Reichstag verabschiedet einen neuen Kriegskredit von 10 Milliarden
Reichsmark.
- Tod des Mediziners
Paul Ehrlich in Bad Homburg.
25. 8.
Die Militärverwaltung Ober-Ost unter Paul von Hindenburg und Erich
Ludendorff setzt einen Generalgouverneur für das unter deutscher Verwaltung
stehende nördliche Kongreßpolen ein.
- Besetzung von Brest-Litowsk
durch die Truppen der Mittelmächte.
-

September
- 1. 9.
Gründung des "Deutschen Künstlerhilfsbundes" zur
Unterstützung heimkehrender Künstler.
5. - 8. 9.
Internationale Sozialistenkonferenz in Zimmerwald (Schweiz), bei der
sich die Delegierten gegen die "Burgfriedenspolitik" der sozialdemokratischen
Parteien in den kriegführenden Ländern wenden.
5. 9.
Zar Nikolaus II. übernimmt den Oberbefehl über die gesamte
russische Armee.
6. 9.
Freundschafts- und Bündnisvertrag der Mittelmächte mit Bulgarien,
das sich zum Kriegseintritt gegen Serbien verpflichtet.
8. 9.
Höhenflugrekord für einsitzige Flugzeuge durch einen Schweizer
Flieger (6.600 m).
18. 9.
Einschränkung des U-Boot-Handelskriegs als Anwort auf den drohenden
Kriegseintritt der Vereinigten Staaten.
22. 9. - 6. 11.
Französische Offensive in der Champagne mit massivem Materialeinsatz
scheitert.
27. 9.
Generalversammlung des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins in Leipzig
steht im Zeichen der Kriegsunterstützung.
29. 9.
US-Präsident Woodrow Wilson stimmt umfangreichen Krediten an Frankreich
und Großbritannien zu.
-

Oktober
- 2. 10.
Der Parteivorstand der SPD distanziert sich von den Beschlüssen
der Internationalen Sozialistenkonferenz.
5. 10.
Zur Unterstützung Serbiens landen alliierte Truppen im neutralen
Griechenland.
6. 10.
Beginn der Offensive deutscher und österreich-ungarischer Truppen
gegen Serbien.
9. 10.
Eroberung von Belgrad durch die Mittelmächte.
14. 10.
Kriegseintritt Bulgariens auf seiten der Mittelmächte in
der Hoffnung, Mazedonien zu gewinnen.
15. 10.
Die USA beschließen eine Aufstockung ihrer Armee um 100.000 Mann
und die Verstärkung der Flotte.
15. - 20. 10.
Kriegserklärung der Alliierten an Bulgarien.
20. 10.
Uraufführung der Tondichtung "Eine Alpensymphonie" von
Richard Strauss in Dresden.
29. 10.
Rücktritt des französischen Ministerpräsidenten René
Viviani (1891-1980). Sein Nachfolger wird Aristide Briand, der eine Allparteienregierung
leitet.
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November
- 4. 11.
Um Wucher und Überteuerung zu beenden, beschließt der Bundesrat
Höchstpreise sowie ein Verkaufsverbot von Milch und Fleisch an Dienstagen
und Freitagen.
8. 11.
Der italienische Dampfer "Ancona" wird von einem österreich-ungarischen
U-Boot versenkt, 208 Passagiere sterben.
10. 11.
Einführung von Höchstpreisen für Gemüse, Obst und
Honig.
15. 11.
In Berlin werden erstmals Bezugskarten für Milch ausgegeben.
24. 11.
Eroberung Serbiens abgeschlossen. Rückzug der serbischen Armee
nach Albanien, von dort über Korfu nach Saloniki.
30. 11.
Italien tritt dem Londoner Vertrag bei und verpflichtet sich, keinen
Seperatfrieden zu schließen.
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Dezember
- 1. 12.
Die SPD-Fraktion beschließt, Reichskanzler Bethmann Hollweg in
einer offiziellen Anfrage um die Bekanntgabe der deutschen Voraussetzungen
für die Aufnahme von Friedensverhandlungen zu bitten.
3. 12.
General Joseph Joffre übernimmt den Oberbefehl über die gesamte
französische Armee.
6. - 8. 12.
Auf der Chantilly-Konferenz vereinbaren die Alliierten, mit gleichzeitigen
Offensiven an allen Fronten die Kriegsentscheidung zu erzwingen.
9. 12.
Die bürgerlichen Parteien lehnen die von der SPD geforderte Aufnahme
von Friedensverhandlungen ab.
12. 12.
Jungfernflug des von Hugo Junkers entwickelten ersten Ganzmetallflugzeugs
"Junkers J1".
18. 12.
Gründung der "Genossenschaft zur Verwertung musikalischer
Aufführungsrechte" (GEMA).
20. 12.
Haase legt sein Amt als Vorsitzender der SPD-Reichstagsfraktions nieder,
da er die erneute Bewilligung von Kriegskrediten ablehnt.
21. 12.
Im Reichstag stimmen 20 SPD-Abgeordnete gegen die Kriegskredite, 22
bleiben der Abstimmung fern.
- (Quelle:LeMO)
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