  
1900 1901 1902
1903 1904 1905
1906 1907 1908
1909 1910 1911
1912 1913 1914
1915 1916 1917
1918
-
Januar
- 5. 1.
In einer Neujahrsbotschaft an die Truppen ruft im Felde Kaiser Wilhelm
II. zu unvermindertem Kampf gegen die Entente auf.
7. 1.
Ein Treffen zwischen dem Vorstand und der parteiinternen Opposition
eröffnet die letzte Etappe der Spaltung der Sozialdemokratischen Partei
Deutschlands (SPD).
9. 1.
Fürst Nikolai Golizyn (1874-1952) wird letzter zaristischer Ministerpräsident
in Rußland.
- Unterzeichnung eines
deutsch-türkischen Handelsvertrags.
10. 1.
Die Entente-Mächte geben ihre Kriegsziele bekannt: Während
Frankreich die Zerschlagung des Deutschen Reichs ("écrasement")
fordert, will Großbritannien dessen weltpolitische Stellung einschränken
("containment"), die deutschen Kolonien aufteilen, die Flotte
zerstören und den Außenhandel begrenzen. Neben der Räumung
der besetzten Gebiete fordert Rußland die Wiedereingliederung Polens,
Frankreich will die Rückgabe von Elsaß-Lothringen, Großbritannien
drängt auf die Wiederherstellung der Eigenständigkeit Belgiens,
Serbiens und Montenegros.
17. 1.
Ein deutsches Bündnisangebot an Mexiko für den Fall eines
Kriegseintritts der USA wird vom amerikanischen Geheimdienst entschlüsselt.
Die Bereitschaft der USA zu einem Krieg gegen Deutschland steigt.
18. 1.
Der Parteiausschuß der SPD beschließt die organisatorische
Trennung der sozialdemokratischen Mehrheit von der oppositionellen Minderheit.
22. 1.
In einer Rede vor dem amerikanischen Senat fordert Präsident Woodrow
Wilson einen "Frieden ohne Sieger".
28. 1.
Die deutsche Regierung lehnt Wilsons Friedensbotschaft ab.
-

Februar
- 1. 2.
Beginn des uneingeschränkten U-Boot-Kriegs in den Sperrgebieten
um Großbritannien und im Mittelmeer.
3. 2.
Die USA brechen die diplomatischen Beziehungen zu Deutschland ab.
7. 2.
Die britische Regierung verhandelt mit dem Zionistenführer Chaim
Weizmann (1874-1952) über eine jüdische Besiedlung Palästinas.
9. 2.
Aus Angst vor innenpolitischer Opposition werden in Rußland die
Mitglieder des Zentralen Kriegsindustriekomitees verhaftet. Kurz darauf
brechen Streiks und Unruhen unter den Industriearbeitern in Petrograd (heute:
St. Petersburg) aus.
14. 2.
Die Gesamtsumme der vom Reichstag seit 1914 bewilligten Kriegskredite
beläuft sich inzwischen auf 64 Milliarden Mark.
17. 2.
Wegen der anhaltenden Hungersnot im Deutschen Reich wird in Berlin ein
Ministerium für Lebensmittelversorgung gebildet.
20. 2.
Fünf-Pfennig-Münzen aus Kupfer werden für Kriegszwecke
eingezogen und durch solche aus Aluminium ersetzt.
23. 2.
Die Mehrheitsfraktion der SPD stimmt im Reichstag der neuen Vorlage
für Kriegskredite zu, "solange die Eroberungsziele der Feinde
bestehen".
24. 2.
Wegen des Kohle- und Holzmangels werden in Berlin sämtliche Schulen
geschlossen.
25. 2.
Deutsche Großindustrielle werfen Reichskanzler Theobald von Bethmann
Hollweg Schwäche in der Kriegführung vor und fordern seinen Rücktritt.
26. 2.
Ein deutsches U-Boot versenkt den schnellsten britischen Passagierdampfer,
die "Laconia".
-

März
- 2. 3.
In der deutschen Presse erscheinen Aufrufe, keine sogenannten Jammerbriefe
an die Front zu senden, um die Soldaten nicht zu demoralisieren.
3. 3.
Wegen der schlechten Ernährungslage gibt die Kriegsernährungsstelle
in Dosen konserviertes Gemüse frei (1 kg pro Lebensmittelkarte).
8. 3.
Aufgrund des erfolglosen Kriegsverlaufs und der wirtschaftlichen Zerrüttung
kommt es in Petrograd zu ersten schweren Zusammenstößen zwischen
streikenden Arbeitern und dem Militär.
- Tod des Luftschiffpioniers
Ferdinand Graf Zeppelin in Berlin.
10. 3.
Die Streiks in Petrograd weiten sich zum Generalstreik aus. Zar Nikolaus
II. befiehlt, die Demonstranten mit allen Mitteln zu bekämpfen.
11. 3.
Die Abgeordneten der russischen Duma (des russischen Parlaments) weigern
sich, die von Nikolaus II. verfügte Auflösung der Duma durchzuführen.
Soldaten der Petrograder Garnison solidarisieren sich mit den streikenden
Arbeitern. Beginn der "Februarrevolution".
12. 3.
In Berlin sind 135 Pockenerkrankte gemeldet und zahlreiche Fälle
von Hungertyphus.
14. - 16. 3.
In den wichtigsten russischen Städten bilden sich Arbeiter- und
Soldatenräte.
15. 3.
Abdankung des Zaren Nikolaus II. zugunsten seines Bruders Michail (1878-1918).
Die russische Duma proklamiert die Bildung einer bürgerlichen Regierung
unter Georgi J. Fürst Lwow.
16. 3.
Mit dem Thronverzicht Michails endet die über 300jährige Herrschaft
der Romanow-Dynastie.
17. 3.
Rücktritt des französischen Ministerpräsidenten Aristide
Briand, da ihm keine Umbildung seines Kabinetts mit neuen Ministern gelingt.Sein
Nachfolger wird Alexandre Ribot (1842-1968).
21. 3.
Die provisorische russische Regierung läßt den Ex-Zaren und
seine Familie verhaften und in Zarskoje Selo internieren.
- Administrative Trennung
von Flandern und Wallonien zur Sicherung des deutschen Einflusses nach dem
Krieg.
22. - 24. 3.
Nachdem die neue russische Regierung die Fortführung des Kriegs
versprochen hat, wird sie von den Entente-Mächten offiziell anerkannt.
31. 3.
Tod des Bakteriologen Emil von Behring in Marburg.
-

April
- 1. 4.
Im Deutschen Reich werden die Brotrationen auf 170 g pro Tag und die
Kartoffelrationen auf 2.500 g pro Woche gekürzt.
6. 4.
Kriegserklärung der USA an das Deutsche Reich.
- Auf einem Kongreß
der sozialdemokratischen Opposition in Gotha wird die Unabhängige
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (USPD) unter dem Vorsitz von
Hugo Haase gegründet.
- Die Russische Orthodoxe
Kirche spricht sich offiziell gegen die provisorische Regierung aus.
- Beginn der französischen
Offensive an der Aisne.
7. 4.
Aufgrund der innenpolitischen Unruhe verspricht Kaiser Wilhelm II. in
seiner " Osterbotschaft" die Aufhebung des preußischen Dreiklassenwahlrechts
nach Kriegsende.
9. 4.
Mit Einverständnis und Unterstützung der deutschen Regierung
durchquert Wladimir I. Lenin zusammen mit 30 Revolutionären aus der
Schweiz kommend im Zug das Deutsche Reich. Man verspricht sich von Lenins
Rückkehr eine Verschärfung der innenpolitischen Unruhen im Zarenreich.
17. 4.
In Petrograd fordert Lenin in seinen "Aprilthesen" eine sozialistische
Revolution zur Ablösung der bürgerlichen Regierung.
19. 4.
Der Rückzug der deutschen Truppen bis zur " Siegfriedstellung"
ist abgeschlossen.
23. 4.
Bei der Konferenz in Kreuznach zur erneuten Festlegung der Kriegsziele
spricht sich Reichskanzler Bethmann Hollweg gegen Pläne der Obersten
Heeresleitung (OHL) aus, die weitgehende Annexionen in Rußland, Belgien
und Frankreich vorsehen.
27. 4.
In den neuerbauten Leuna-Werken bei Merseburg wird die Produktion von
Ammoniak aufgenommen.
30. 4.
General Henri Philippe Pétain wird Nachfolger von Georges Robert
Nivelle (1858-1924) als Chef der französischen Nordarmee und verhindert
den drohenden Zusammenbruch durch Meutereien unzufriedener Truppenteile.
-

Mai
- 6. 5.
Die französische Offensive an der Somme endet erfolglos.
15. 5.
Reichskanzler Bethmann Hollweg hält eine programmatische Rede zur
gegenwärtigen Kriegspolitik, ohne jedoch auf die Frage der Kriegsziele
einzugehen.
17. 5.
Der russische Revolutionär Leo D. Trotzki kehrt aus dem Exil in
den Vereinigten Staaten nach Rußland zurück.
18. 5.
In den USA beginnt die Wehrerfassung aller Männer zwischen 21 und
30 Jahren. Drei Millionen Männer werden einberufen.
- In Absprache mit den
Arbeiter- und Soldatenräten wird eine neue russische Regierung unter
Beteiligung von Sozialdemokraten gebildet.Der Sozialrevolutionär Alexander
Kerenski wird Kriegsminister.
23. 5.
Der reformfeindliche Ministerpräsident von Ungarn,István
Graf von Tisza (1861-1918), muß auf Betreiben Kaiser Karls I. zurücktreten.
Nachfolger wird Moritz Graf Esterházy von Galántha (1881-1960),
der sich besonders um eine demokratische Wahlreform bemühen soll.
28. 5.
Die italienische Regierung hebt in Rom 15.000 neue Carabinieri aus,
um im Fall einer Revolution die Hauptstadt schützen zu können.Die
inneren Spannungen haben sich aufgrund der hohen Verluste in den erfolglosen
Isonzoschlachten verschärft.
31. 5.
Dem Chemiker Franz Fischer (1877-1948) gelingt am Kaiser-Wilhelm-Institut
für Kohleforschung die Herstellung von Benzin aus Steinkohle.
-

Juni
- 2. 6. - 19. 6.
Internationaler Sozialistenkongreß in Stockholm sucht nach Möglichkeiten
des Friedensschlusses. Der französische Ministerpräsident Ribot
verweigert den Sozialisten seines Landes die Ausreise nach Stockholm.
3. 6.
Die deutsche Delegation trifft unter Führung von Philipp Scheidemann
in Stockholm ein.
7. 6.
In Berlin fordert die Reichsfrauenkonferenz der Sozialdemokraten das
Wahlrecht für Frauen.
12. 6.
Die alliierten Besatzungstruppen zwingen Griechenlands König Konstantin
I. (1868-1921) zur Abdankung, weil er einen Kriegseintritt gegen die Mittelmächte
ablehnt. Sein Sohn folgt ihm als Alexander I. (1893-1920) auf den Thron.
15. 6.
Der amerikanische Kongreß beschließt ein Anti-Spionage-Gesetz,
das schwerste Strafen für Kriegsbehinderung vorsieht und gegen die
kriegsfeindlichen Sozialisten gerichtet ist.
16. 6.
In Petrograd findet der erste gesamtrussische Kongreß der Arbeiter-
und Soldatenräte statt, auf dem die Bolschewiken nur zehn Prozent der
Delegierten stellen. Lenin unterstreicht den Führungsanspruch seiner
Partei.
19. 6.
In Großbritannien wird das Wahlrecht für Frauen ab 30 Jahren
eingeführt.
20. 6.
Die "Kaiser-Glocke" des Kölner Doms, die mit 543 Zentnern
eine der schwersten der Welt ist, wird zur Metallverwertung eingeschmolzen.
25. 6.
Der Medizinprofessor Ferdinand Sauerbruch stellt in Wien ein operatives
Verfahren vor, das außerordentliche Beweglichkeit der Ersatzglieder
für Amputierte erlaubt.
26. 6.
Die erste US-Division landet bei St.-Nazaire in der Nähe von Nantes
(Bretagne).
27. 6.
Kriegseintritt Griechenlands auf seiten der Alliierten.
-

Juli
- 6. 7.
Matthias Erzberger Zentrum) fordert eine Resolution für einen annexionslosen
Frieden, da keine Aussicht auf einen Sieg mehr bestehe.
7. 7.
Der größte deutsche Luftangriff auf London (etwa 20 Maschinen)
fordert 47 Todesopfer.
11. 7.
Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg und Erich Ludendorff fordern
die Entlassung von Reichskanzler Bethmann Hollweg wegen dessen Kriegszielpolitik.
- Das Preußische
Staatsministerium erhält den Auftrag, eine Vorlage zur Änderung
des preußischen Dreiklassenwahlrechts für die Zeit nach dem Krieg
vorzubereiten.
13. 7.
Reichskanzler Bethmann Hollweg reicht seinen Rücktritt ein. Sein
Nachfolger wird Georg Michaelis.
16. - 18. 7.
Ein bewaffneter Massenaufstand in Petrograd gegen die Provisorische
Regierung wird niedergeschlagen. Die bolschewistischen Zeitungen werden
verboten.
17. 7.
Der britische König Georg V. (1865-1936) ändert den Namen
seines Hauses von "Sachsen-Coburg-Gotha" in "Windsor".
19. 7.
Die auf Initiative von Erzberger eingebrachte Friedensresolution wird
mit den Stimmen der Mehrheitsparteien Zentrum,Deutsche Fortschrittspartei
und SPD angenommen, die sich zuvor im interfraktionellen Ausschuß
darüber abgestimmt haben. Die Resolution fordert einen Verständigungsfrieden
ohne Annexionen.
20. 7.
Die russische Provisorische Regierung besetzt das von Josef W. Stalin
geleitete Pressebüro des Parteiorgans der Bolschewiken "Prawda".
21. 7.
Fürst Lwow tritt als Ministerpräsident der russische Provisorische
Regierung zurück. Sein Nachfolger wird der Kriegs-und Marineminister
Kerenski.
24. 7.
Nach der Niederschlagung des Putschversuchs flieht Lenin nach Finnland.
31. 7.
Winston Churchill wird zum Rüstungsminister im Kabinett des britischen
Ministerpräsidenten David Lloyd George ernannt.
-

August
- 1. 8.
In einer Friedensbotschaft verlangt Papst Benedikt XV. (1851-1922) einen
Frieden ohne Annexionen. Während der Vorschlag im kriegsmüden
Italien große Zustimmung findet, lehnen das Deutsche Reich und die
Entente ihn ab, weil sie inmitten heftiger Kriegszieldiskussionen stehen.
2. 8.
Friedensdemonstrationen von etwa 400 Matrosen in Wilhelmshaven.
5. 8.
Meutereien in der deutschen Hochseeflotte. Die Anführer werden
verhaftet.
14. 8.
Kriegserklärung Chinas an Österreich-Ungarn.
20. 8.
Tod des Chemikers Adolf Ritter von Baeyer (1835-1917) in Starnberg.
- Der britische Staatssekretär
für Indien stützt die Unabhängigkeitsbewegung und kündigt
eine schrittweise Dekolonisierung an.
21. - 25. 8.
In Turin können ein revolutionärer Aufstand und Generalstreik
wegen des Brotmangels nur mit Hilfe zusätzlicher Truppen unterdrückt
werden, da auch Teile der Armee rebellieren.
25. 8.
Fünf Anführer des Matrosenaufstandes der deutschen Hochseeflotte
werden zum Tode verurteilt und erschossen.
-

September
- 2. 9.
Gründung der Deutschen Vaterlandspartei in Königsberg
unter dem Vorsitz von Admiral Alfred von Tirpitz und dem ostpreußischen
Generallandschaftsdirektor Wolfgang Kapp.
3. 9.
Einnahme von Riga durch die 8. deutsche Armee.
7. 9.
Nach dem Austritt der Sozialisten aus seiner Regierung erklärt
der französische Ministerpräsident Ribot seinen Rücktritt.Neuer
Ministerpräsident wird der bisherige Kriegsminister Paul Painlevé
(1863-1933).
14. 9.
Der russische Ministerpräsident Kerenski proklamiert die Republik
und beruft eine neue fünfköpfige Regierung.
20. 9.
An den deutschen Hochschulen haben die Studentinnen einen Anteil von
34,8 Prozent. Im letzten Vorkriegsjahr waren es 6,7 Prozent.
21. 9.
Der Petrograder Arbeiter- und Soldatenrat wählt ein bolschewistisches
Präsidium unter Leitung von Trotzki.
24. 9.
Die neugegründete Deutsche Vaterlandspartei fordert auf ihrer ersten
Großkundgebung in Berlin einen unbedingten "Siegfrieden".
26. 9.
Tod des französischen Malers Edgar Degas in Paris.
28. 9.
Der Zentrumspolitiker Konrad Adenauer wird neuer Oberbürgermeister
von Köln.
-

Oktober
- 6. 10.
Im Reichstag kommt es zu schweren Auseinandersetzungen über die
vaterländische Propaganda des Alldeutschen Verbands und der Vaterlandspartei.
- Die US-Regierung übernimmt
per Gesetz die Kontrolle über den Außenhandel.
12. - 20. 10.
Eroberung der strategisch wichtigen Inseln Ösel, Dagö und
Moon in der Rigaer Bucht durch deutsche Truppen.
15. 10.
Mata Hari wird wegen angeblicher Spionagetätigkeit in Vincennes
bei Paris hingerichtet.
- Tod des Schriftstellers
Walter Flex (gefallen bei Ösel).
19. - 23. 10.
Das russische Parlament wird aufgelöst. Das neue republikanische
Vorparlament wird von den Bolschewiken boykottiert. Lenin beschließt
in der ZK-Sitzung der Bolschewiken den bewaffneten Aufstand gegen die Regierung
Kerenski.
22. 10.
Die Mehrheitsparteien entziehen Reichskanzler Michaelis wegen seiner
eigenwilligen Interpretation der Friedensresolution, seines scharfen Vorgehens
gegen die USPD sowie wegen seiner Ablehnung einer Reform des Dreiklassenwahlrechts
das Vertrauen.
24. - 30. 10.
Die Offensive der Mittelmächte am Isonzo führt zum Zusammenbruch
der italienischen Front und zur Eroberung der Provinz Friaul-Julisch-Venetien.
Große Teile der italienischen Armee werden gefangengenommen oder lösen
sich auf. Großbritannien und Frankreich raten zum Kriegsaustritt Italiens.
Ministerpräsident Paolo Boselli (1838-1932) erklärt daraufhin
seinen Rücktritt, neuer Regierungschef wird der bisherige Innenminister
Vittorio Orlando (1860-1952).
26. 10.
Die irische Nationalpartei Sinn Féin fordert die Unabhängigkeit
der Republik Irland und bewaffnet weiter die illegale Revolutionsarmee.
31. 10.
Reichskanzler Michaelis tritt zurück.
-

November
- 1. 11.
Kaiser Wilhelm II. ernennt den bayerischen Ministerpräsidenten
Georg Graf von Hertling zum neuen Reichskanzler.
2. 11.
Der britische Außenminister Arthur James Earl of Balfour verspricht
den Juden ein "national home" in Palästina.Die "Balfour-Deklaration"
wird in Deutschland von rechtsgerichteten Kreisen als Bündnis Großbritanniens
mit den Zionisten zu antisemitischer Agitation genutzt.
5. 11.
Die deutsch-österreichische Kriegszielkonferenz in Berlin beschließt
die Vereinigung des russischen Teil Polens und Galiziens mit dem Königreich
Polen sowie die Angliederung von Litauen und Kurland an das Deutsche Reich.
- Die russische Regierung
befiehlt die Besetzung bolschewistischer Zeitungsbüros und löst
damit den bewaffneten Aufstand der Bolschewiken aus.
7. 11.
(25. 10. nach russischer Zeitrechnung) Besetzung strategisch wichtiger
Punkte in Petrograd durch die Roten Garden der Bolschewiken.Der Winterpalast,
der Sitz der Provisorischen Regierung in Petrograd, wird belagert ("Oktoberrevolution").
8. 11.
Bolschewistische Truppen stürmen den Winterpalast und verhaften
die Regierungsmitglieder. Ministerpräsident Kerenski flieht zu den
Truppen an der Nordfront.Der allrussische Rätekongreß billigt
die bolschewistische Machtübernahme.
9. 11.
Die siegreichen Revolutionäre in Rußland bilden eine Regierung
der Volkskommissare unter dem Vorsitz von Lenin und erlassen ein Dekret
über einen Frieden ohne Annexionen und Kontributionen.
- Der italienische Armeeoberbefehlshaber
Graf Luigi Cadorna (1850-1928) wird abgelöst. Zur Aufrechterhaltung
der Front in Oberitalien entsenden Großbritannien und Frankreich Truppen.
13. 11.
Bolschewistische Truppen schlagen die Armee des abgesetzten Ministerpräsidenten
Kerenski vernichtend bei Zarskoje Selo.
- Der französische
Ministerpräsident Painlevé tritt zurück, weil er keine
Akzeptanz im Parlament findet.
15. 11.
Tod des Soziologen Emile Durkheim in Paris.
17. 11.
Georges Clemenceau wird neuer Ministerpräsident Frankreichs. Mit
einer parteiübergreifenden Regierung sichert er sich weitreichenden
Handlungsspielraum.
- Tod des Bildhauers
Auguste Rodin in Meudon.
20. 11.
Erster erfolgreicher Masseneinsatz von Tanks (Panzer) durch die Briten
bei Cambrai.
28. 11.
Die russische Räteregierung schlägt allen kriegführenden
Parteien einen Waffenstillstand vor. Deutschland und Österreich-Ungarn
stimmen zu, die Alliierten lehnen einen seperatfrieden Rußlands mit
den Mittelmächten ab.
-

Dezember
- 4. 12.
Finnland erklärt seine Unabhängigkeit von Rußland.
5. 12.
In Brest-Litowsk wird ein zehntägiger Waffenstillstand zwischen
dem Deutschen Reich und Rußland vereinbart.
7. 12.
Kriegserklärung der Vereinigten Staaten an Österreich-Ungarn.
9. 12.
Britische Soldaten rücken in Jerusalem ein und beenden die 673
Jahre währende osmanische Herrschaft.
- Vollständige Besetzung
von Deutsch-Ostafrika durch britische Truppen.
- Die Mittelmächte
und Rumänien vereinbaren einen Waffenstillstand.
12. 12.
Gründung des Normenausschusses der Deutschen Industrie in Berlin.
Er setzt die Deutsche Industrie Norm (DIN) fest.
15. 12.
Der Waffenstillstand zwischen Rußland und dem Deutschen Reich
wird bis zum 14. Januar 1918 verlängert.
18. 12.
Gründung der Universum Film AG (Ufa) in Berlin als Propaganda-Instrument
der OHL.
- Mit einem Verfassungszusatz
wird in den USA die Prohibition eingeführt: Herstellung, Verkauf und
Transport alkoholischer Getränke werden verboten.Die Bestimmung tritt
am 19. Januar 1920 in Kraft.
20. 12.
Die russische Räteregierung beschließt die Gründung
der Geheimpolizei Tscheka.
22. 12.
Beginn der Friedensverhandlungen zwischen Rußland und den Mittelmächten
in Brest-Litowsk.
28. 12.
Zur Sicherung der Nachschublieferungen für den Krieg werden die
amerikanischen Eisenbahngesellschaften verstaatlicht.
- (Quelle:LeMO)
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